Tycheo Irrolis

Mündel eines lorathischen Händlers

Description:

Tycheo ist ein 14jähriger Sohn aus einer verhältnismäßig wohlhabenden Lorathifamilie. Einige Eigenschaften eines jüngsten Sprosses, der sich oft gegen weiter entwickelte Geschwister durchsetzen musste, aber auch von diesem Umstand profitierte, zeichnen Tycheo aus: Er ist ein noch unbekümmerter Jungspunt, mit einer ganzen Reihe noch unausgereifter Talente. Er ist in seinen jungen Jahren schon viel herumgekommen. Er ist nicht auf den Kopf gefallen – und er weiß dies auch nur zu gut. Zur Sorge seines Vaters verwendet er allerdings in seinem derzeitigem Stadium zu viel seiner schöpferischen Energie in die Frage, wie und wo er das nächste Abenteuer mit der nächsten Eroberung bestreiten kann.

Sein Aussehen – welches er ganz bewusst als auffällig fremdländisch und einer der freien Städte zugehörig gestaltet – spielt ihm bei diesen Abenteuern durchaus in die Hände. Er kann sich gut als etwas Besonderes verkaufen – und auch das weiß er selbst nur zu gut.

Der Wohlstand seiner Familie beruft sich nicht auf mehrere Generationen – und auch Tycheo ist kein blassierter Schnösel. Um sich bei seinen Abenteuern seiner Haut wehren zu können, hat Tycheo seit ein paar Jahren begonnen, sich in den Fertigkeiten des Armbrustschießens zu üben. Doch – obwohl er sicherlich nicht auf den Mund gefallen ist – wäre dies vielleicht nicht von Nöten, wenn er sich in manch einer Situation einfach vernünftiger und reifer verhalten würde.

Bio:

Tycheo ist der 14jährige Sohn eines „Händlers“ aus Lorath namens Gaerron Irrolis. Dieser stammt aus einer älteren Seefahrerfamilie, die sich auf den Handel mit den Gütern Loraths (Fisch) und vor allem der umliegenden Städte, deren Umschlagsplatz Lorath ist; Bravoos, Qohor und Norvos; konzentriert hat. Lorath einer der ärmeren der neun freien Städte. Nichtsdestotrotz behauptet Lorath sich als Umschlagsplatz für Obsidian und Stahl und hat es in der Textilherstellung weit gebracht.

Traditionellerweise teilen sich die Bewohner von Lorath in Händler, in Landeigner auf den wenigen Inseln rund um Lorath und in Fischer auf. Diese drei traditionellen Stände stellen, und in der Regel: wählen, jeweils einen „Prinzen“, die in einem Triumvirat den Stadtstaat auf Lebenszeit regieren. Dabei werden sie allerdings von einem Gremium von Magistern, hauptsächlich Händlern, beraten, geleitet und kontrolliert. Gaerron ist Teil dieser Lobby, wenn auch kein bedeutender.

Dass Lorath keine reiche Stadt ist, liegt an seiner Peripherie. Selbst kulturell hatte es in seiner Geschichte kein Glück: Die einzige stärkere Religion um einen „blinden Gott“ wurde, als sie zu viel Macht auf sich konzentrierte, von den Bürgern Loraths ausgelöscht. Dies hat einen pragmatischen Zugang zu Religion bei den Lorathi zurückgelassen. Dieser Pragmatismus erstreckt sich auf auf ihren Umgang mit Sklaverei: Lorathi lehnen diese ab – und sind so ein sicherer Hafen für entflohene Sklaven. Die Randlage, Kaufmannstum, Pragmatismus – Gaerron fügte zu diesen Eigenschaften als erster seiner Familie auch gelegentliche Überfälle hinzu, die ihm aber nie nachgewiesen werden konnten, oder die er auf Schiffe, die sich „vielleicht auch“ der Sklavenhändlerei strafbar gemacht hatten, ausübte. Irgendwann hatte er eine kleine und für Lorathi- Verhältnisse florierende Handelsflotte aufgebaut. Seine Erfahrungen mit den Gefahren der Meere setzte er ab da nur noch dafür ein, als einer der wenigen Lorathi regelmäßige Verbindungen auch mit weiter entfernten Ländern zu führen und sich dort Verbindungen aufzubauen. Seit einigen Jahren ist er dabei, eine dauerhafte Handelsbeziehung mit dem Haus Whitefogg aufzubauen.

Sein Gespür für gute Geschäfte – und nicht zuletzt seine mannigfaltigen Kontakte – haben ihm zu Ohren kommen lassen, dass dieses Haus nicht immer einen wirklich uneingeschränkten Ruf genießt, sich aber stets bestrebt, einen solchen wiederzuerlangen. Exklusive Handelsbeziehungen mit einer Partei, die eben nicht aus dieser mit Vorurteilen behafteten Gesellschaft von Westeros stammt, waren also auch für die Whitefoggs nicht unattraktiv. So entwickelte sich nach und nach eine vielversprechende Handelsbeziehung.
Durch die große Distanz bleibt jedoch der Kontakt jeher eher spärlich. Gaerron weiß, dass für die feudale Gesellschaft in Westeros persönliche Kontakte und symbolische, konkrete Handlungen nicht nur guter Ton, sondern existenziell für gelungene Handelsbeziehungen sind. Gängigerweise müsste er selbst öfters in seinen verschiedenen Kontoren in den besagten Orten und woanders vorbeischauen.

Dies hatte Gaerron oft genug getan. Doch mittlerweile fühlte er sich in einem Alter, dass es ihm erlauben sollte, seine Position und seinen Reichtum zu genießen. Ferner hat er seine älteren Söhne bereits in lukrativen Handelsposten in Lorath oder den wichtigsten Kontoren positioniert. In the Cliff gibt es so ein festes Kontor zwar noch nicht, aber Tycheo wurde unlängst mit einer Depesche dorthin gesandt. Diese enthält eine Empfehlung, ihn bei möglichst beleumundeten Handelshjäusern vorstellig werden zu lassen, bei dem Hafenmeister zu praktizieren und nach bester Möglichkeit in die gesellschaftlichen Normen des Geschäfts in Westeros eingeführt zu werden. Nebst dieser Empfehlung lag auch ein Sack mit einer kleinen Entschädigung für erste anfallende Verpflegungskosten bereit, bis der Junge für Kost und Logis selbst Wert schaffen würde. Natürlich sind auch weitere Versprechungen für Gegenleistungen und weitere Vertiefung der Handelsbeziehungen enthalten…

In einem zweiten kürzerem Brief, der weniger offiziell gehalten ist, weist der alte Gaerron darauf hin, dass auch eine gewisse erzieherische Beobachtung zu Beginn der Aufsicht nicht schaden könne.

Tycheo Irrolis

Die Abenteuer des Hauses Whitefog of the Cliff kleines_Uebel